Für die nächsten beiden Tage bin ich Teil von Nadilas Familie. Ich werde früh am Morgen vor meinem Condo eingesammelt. Am Steuer: Nadila’s Mann Kayrel – Grafikdesigner, Ruhepol und der begnadedste Ehemann und Familienvater, den ich je kennengelernt habe.
Neben mir auf dem Rücksitz liegt zusammengerollt und mit tief ins Gesicht gezogener Kapuze die 12-jährige Tochter der beiden, Khaira. Und ganz hinten, in der dritten Sitzreihe, döst der 8-jährige Sohn, Sufi.
Ich kann nur staunen. Ich hatte mit einer lebhaften Autofahrt gerechnet – mit Kindern, die vor sich hin plaudern und nach ein paar Stunden Fahrt vielleicht sogar etwas quengelig werden. Dafür hätte ich auch vollstes Verständnis gehabt. Stattdessen herrscht eine angnehme, fast meditative Stille. Die Kids dösen entweder vor sich hin oder beschäftigen sich leise mit ihren Smartphones. Kein Streit, keine Emotionen. Einfach nur Sein.
Die Ruhe gibt mir die Möglichkeit, aus dem Fenster zu schauen und die vertraute Aussicht auf mich wirken zu lassen. Einer meiner frühesten Eindrücke von Malaysia sind Palmen, die außerhalb der Städte und entlang der Highways in großen Monokultur-Plantagen wachsen. Das hat sich bis heute nicht verändert.
Die Straßen sind in Malaysia perfekt ausgebaut, breit, glatt, effizient. Keine holprigen Pisten wie in anderen Ländern Südostasiens (wer mag, kann als Kontrastprogramm meinen Artikel über den Ha Giang Loop in Vietnam lesen). Und während wir dahinrollen, merke ich, wie ich langsam so richtig im neuen Jahr ankomme.
Badminton-Legenden
Gigantische billboards ziehen an mir vorbei, auf denen immer wieder ein bekanntes Gesicht auftaucht. Ich muss schmunzeln. Der malaysische Badmintonspieler Lee Chong Wei hat seine Profikarriere zwar inzwischen beendet, ziert aber immer noch als Werbegesicht die Kampagnen großer Marken. Er prangte in 2011 auch auf den Produktverpackungen meines damaligen Arbeitgebers.
Badminton ist in Malaysia inoffizieller Nationalsport und gelebte Identität. Auf internationaler Bühne produziert das Land seit den 1950ern Legenden wie Wong Peng Soon, die Sidek-Brüder und Lee Chong Wei, der drei olympische Silbermedaillen für Malaysia Land holte.
Auch in meiner alten Firma gab es jeden Donnerstag eine Afterwork-Badminton-Gruppe. Fünf kostenlos gemietete Spielfelder und alle waren da.
Zuerst wurde sich im Doppel aufgewärmt, dann zu Viert gespielt. Nach einer kurzen Pause wurden die Teams durchgemischt, sodass jeder einmal mit jedem spielen konnte. Und natürlich wollten alle mit mir spielen. Ich war ziemlich nervös: Das letzte Mal, dass ich einen Badminton-Schläger in der Hand gehalten habe? In der 12. Klasse.
Zum Glück habe ich mich schnell wieder eingefunden und konnte einigermaßen mithalten – sicher nicht wegen meinem Können, sondern eher weil ich durch meine Größe leichter an die hohen Bälle heranreichen konnte, als meine kleineren asiatischen Mitspielenden.
Die größte Hürde waren allerdings Hitze und Luftfeuchtigkeit. In Deutschland bekomme ich beim Sport vielleicht rote Bäckchen. In Malaysia? Ich musste so stark schwitzen, dass ich nach wenigen Minuten aussah, als wäre ich ohne Abtrocknen aus der Dusche gestiegen. Ich habe an sportlich aktiven Tagen unglaubliche 6 Liter Wasser getrunken!
Entsprechend selten bin ich den vielen Einladungen zum Badminton gefolgt. Kardiosport war in der Hitze für mich einfach unerträglich. Das hat mich allerdings nicht davon abgehalten, mir voller Euphorie ein Paar Profi-Sportschuhe für umgerechnet 20 Euro zuzulegen.
Autofahren in Malaysia
Was sich aber verändert hat: Es scheint jetzt in so gut wie allen Autos Anschnallgurte zu geben. Auch wenn Menschen sie immer noch gerne vernachlässigen, um sich auf dem Rücksitz zusammenzurollen und nach reichhaltigem Essen ein Nickerchen zu machen. Comfort first!
Good to know: Wie die meisten Malayen fährt auch Nadila’s Familie ein Auto der Marke Proton. Proton ist Malaysias erste staatlich initiierte Automarke, die 1983 gegründet wurde, um eine eigene lokale Autoindustrie aufzubauen und Importe zu verringern. Nationalstolz auf vier Rädern!
Tanken ist in Malaysia aufgrund von Ölreichtum, Steuerpolitik und staatlichen Subventionen günstiger als in vielen nicht-ölproduzierenden Ländern. Man muss nicht lange suchen, um auf eine Tankstelle der Marke Petronas zu stoßen. Das ist seit 1974 die nationale Erdölfirma, der alle Öl- und Gasressourcen des Landes gehören.
Willkommen in Ipoh
Das Ziel unseres heutigen Ausflugs ist Kayrel’s Heimatstadt Ipoh. Eine Stadt, von der ihr wahrscheinlich noch nicht gehört habt, wenn ihr Malaysia noch nicht nicht bereist habt. Die Hauptstadt des Bundesstaats Perak liegt auf halber Strecke zwischen KL und Penang und ist dennoch bei erfrischend wenigen Touris auf dem Radar.
Die 750.000 Einwohner-Stadt wurde im späten 19. Jahrhundert durch die örtlichen Zinnvorkommen zur boom town. Mit Einbruch der Zinnpreise ab den 1950ern begann für Ipoh eine längere Durststrecke, bevor in den letzten Jahren die koloniale Altstadt mit Streetart aufgehübscht und die berühmten Höhlentempel am Stadtrand touristisch wiederentdeckt wurden.
Ich mag Ipoh sofort. Es ist unaufgeregt, echt. Irgendwo auf halber Strecke zwischen bewegter Vergangenheit und vorsichtiger Neuerfindung.
Stadium Food Court
All die Sehenwürdigkeiten stehen auch auf unserem Zettel, aber first things first: Wir steuern das riesige Hawker Center an, das sich rund um das Perak Stadium aufgebaut hat – ein eigenes Universum mit einer schier unendliche Fülle lokaler Spezialitäten. Stände, Gerüche, Stimmen – die Auswahl überfordert mich komplett.
Deshalb bin ich froh, dass meine Gastgeber mir die Entscheidung abnehmen. Sie steuern zielstrebig die Chinese Malay Section des Hawker Centers an und haben eine klare Vorstellung, welche local dishes ich verkosten sollte.
Das Festmahl beginnt mit mee kicap, einem Nudelgericht, das in Ipoh als Frühstück beliebt ist. Es besteht aus blanchierten gelben Nudeln, die mit einer süßlich-dunklen Sojasaucen-Mischung vermengt und einer klaren Suppe mit frittierten Fisch-Wonton serviert werden.
Für das ikonische char kwey teow warten wir gut 40 Minuten, denn bei Din’s Kwey Teow werden alle Nudelgerichte frisch auf Bestellung zubereitet. Die breiten Reisbandnudeln werden in einem Wok mit Knoblauch, Sojasauce, Eiern, Sprossen, Schnittlauch und Garnelen scharf angebraten und haben ein herrlich rauchiges Aroma. Gleich zwei große Gläser iced lemon tea ohne Zucker schaffen einen wohltuenden Ausgleich zur inneren und äußeren Hitze.
Buddhistische Höhlentempel
Ipoh ist berühmt für die dramatischen Kalksteinformationen, in die das Stadtzentrum eingebettet ist. Die darin entstandenen Höhlen dienten buddhistischen Mönchen früher als Rückzugsorte zum Meditieren und es wurden Tempel darin errichtet, die heute ein beliebter Anziehungspunkt für Gläubige und Tourist:innen sind.
Auf Empfehlung eines uncles im Hawker Center besuchen wir den Sam Poh Tong Temple, der als der beeindruckendste von mehreren Höhlentempeln gilt, die ca. 20 Minuten Autofahrt außerhalb des Stadtzentrums liegen.
Nachdem wir ein begeistertes Fotoshooting vor dem Tempeltor gemacht, uns über die frechen Affen amüsiert und den wundervollen chinesischen Garten samt Pagode, Bonsais und Koi-Teich betrachtet haben, teilen mir meine Freunde mit, dass ich mir gern Zeit nehmen darf, um das Innere des Tempels alleine zu erkunden. Als gläubige Muslime möchten sie darauf verzichten, eine buddhistischen Religionsstätte zu besuchen, in der offensichtlich aktiv gebetet wird.
Im Inneren der kühlen, halbdunklen Höhle tummeln sich zahlreiche Buddha‑Statuen in Nischen und verschmelzen mit den beeindruckenden Felsformationen. Über 246 Stufen gelange ich zu einer höher gelegenen Öffnung, die mir trotz Gitternetz für die Affen einen weiten Blick über Ipoh ermöglicht.
Das Highlight ist für mich der zweite Tempel, zu dem ich gelange, indem ich die Haupthöhle durchquere. Sie öffnet sich in einen von hohen Kalksteinwänden umgebenen Platz mit einem Schildkrötenteich und einem beeindruckenden chinesischen Tempelbau.
Ich verbringe unangemessen viel Zeit mit dem Betrachten und Fotografieren der Schildkröten, die von Gläubigen dort eingesetzt und gefüttert werden, um ihr Karma zu verbessern. Es ist als bliebe die Zeit stehen.
Zwei Sorten Streetart
Die Hitze ist erdrückend und wird nicht besser dadurch, dass ein Mann in nächster Nähe der Tempelanlage Brandrodung betreibt. Ab ins klimatisierte Auto und zum nächsten Spot: Die Mural Art’s Lane.
Ipoh hat in den letzten Jahren eine blühende Street Art-Szene entwickelt, die historische Szenen und den multikulturellen Alltag in der Stadt abbildet. Die Straße, die wir ansteuern, befindet sich in der Neustadt und ist viel schöner und ruhiger als der zweite Anlaufpunkt im Altstadtzentrum. Außer uns gibt es nur eine weitere Besucher-Gruppe.
Ipoh gilt innerhalb Malaysias als eine der Städte mit der besten Lebensqualität. Mein erster Eindruck ist der einer herrlich unaufgeregten Stadt, die ist wie sie ist und sich nicht versucht, für Touristen anders zu präsentieren. Unendlich charmant sind die verwitterten shophouses, denen man ihre Jahre deutlich ansieht und die weit von einer Renovierung entfernt sind.
Market & Concubine lane
Dann tauchen wir in den historischen Altadtkern ein und hier sieht es plötzlich ganz anders aus. Es ist alles voller Menschen. Kayrel schafft es nicht einmal, einen Parkplatz zu finden und zirkuliert mit dem Auto, während Nadila, ich und die Kids uns für ein sehr kurzes Gastspiel ins Chaos stürzen.
In das Viertel rund um die Concubine Lane hat der Touri-Kommerz Einzug erhalten. Die historischen Gassen aus der Boomzeit des Zinnbergbaus blicken auf eine eher zwielichtige Vergangenheit.
Angeblich ließ der Zinnmagnat Yau Tet Shin 1892 nach einem großen Brand hier neue shophouses bauen und schenkte jeder seiner drei Frauen eine Gasse, in der sie Häuser vermieten und die Einnahmen behalten durften. So entstanden die Wife Lane, Concubine Lane und Second Concubine Lane.
Mieter waren vor allem wohlhabende Bergbau‑Towkays und Kolonialbeamte, die hier ihre Konkubinen unterbrachten. Gleichzeitig wurde das Viertel zum Hotspot für Opiumkonsum, Glücksspiel und Prostitution.
Heute geht es deutlich harmloser zu. Die restaurierten Gassen quillen über mit Cafés, Snackständen, Boutiquen und sehr instagrammfähiger Streetart. Es ist heiß, brechend voll und wir sind so semi-begeistert. Wir spazieren einmal anstandshalber durch die Concubine Lane und lassen uns an deren Ende geschwind von Kayrel mit dem Auto wieder einsammeln.
Fazit: Einmal durchgehen reicht.
Wir haben deutlich mehr Spaß dabei, auf diesem Sportplatz eine kleine Fotosession zu machen. Mein Versuch, die Tauben dort für einen besonderen Bildeffekt aufzuscheuchen, gelingt nicht: Die Tiere sind maximal abgehärtet.
Snackpause im Auto
Ipoh ist besonders bekannt für seinen white coffee. Dabei werden die Kaffeebohnen mit Palmölmargarine geröstet und der Kaffee mit gesüßter Kondensmilch serviert, wodurch das Endergebniss heller wird. Ich möchte diese Spezialität unbedingt probieren, ohne zu wissen, dass sie zuckrig süß ist.
Zum Glück kennen mich meine Freunde und bringen mich alternativ zu diesem mit 5 Sternen bewerteten „hole in the wall“ Café: The Coffee Diver. Unspektakulär von außen. Drinnen: Wartet der wohl beste Kaffee meines Lebens auf mich.
Ich entscheide mich für eine Variante aus Kedah und Nadila wählt eine Sorte, deren Eigenschaften als „heavy kicking“ beschrieben werden.
Nicht nur ist der Kaffee göttlich. Auch die Erfahrung ist einfach einzigartig. Wir werden von einer stolzen auntie bedient und bekommen unsere Getränke, wie es hier üblich ist mit Milch und Eiswürfeln vermischt in einem Plastikbeutel und Strohhalm serviert. Ich fühle mich sofort 14 Jahre in die Vergangenheit katapultiert.
Vignette: Als ich bei Angie und Ray wohnte, gab es für mich nach dem Abendessen oft cham peng dǎ bāo: Eine Mischung aus Kaffee, Tee, Milch und Eiswürfeln im Plastikbeutel. Die beiden haben sich einen Scherz daraus gemacht, mir die chinesischen Worte beizubringen und mich zur Bestellung vorzuschicken. Was nach einigen erfolglosen Anläufen tatsächlich irgendwann verstanden wurde!
Beim nächsten Snack-Stopp springt Kayrel aus dem Auto und bringt uns seine Lieblings-Popiah von diesem Laden. Die malaysischen Frühlingsrollen, sind unterschiedlich knusprig – was darauf zurückzuführen ist, dass sie unterschiedlich lange frittiert wurden.
Sie sind wirklich köstlich. Und schmecken wahrscheinlich noch besser, weil wir sie zu fünft aus einer geteilten Schale snacken, die pragmatisch auf der Armlehne neben dem Fahrersitz platziert wird.
Kellie’s Castle: Verfallener Kolonialtraum
Auf unserer Weiterfahrt in die Cameron Highlands reißt plötzlich der Himmel auf und es beginnt zu schütten. Wie es für Monsunregen typisch ist, verschwinden die Regengüsse so schlagartig, wie sie kommen. Für den Rest des Tages gibt es ein Wechselbad. Ich bestaune aus dem Autofenster die unendliche Weite des Himmels und die Wolken, die sich in den Regenpausen auftürmen.
Kurz nachdem wir Ipoh verlassen, legen wir noch einen Stopp bei Kellie’s Castle ein. Ein herrlich entrücktes, unvollendetes Herrenhaus aus der Kolonialzeit, das vom schottischen Plantagenbesitzer William Kellie-Smith als repräsentative Residenz für seine Familie geplant wurde. Für das Gebäude, das aussieht wie ein schottisches Schloss, holte Kellie 70 Arbeiter und Handwerker und ließ Ziegel und Marmor aus Indien liefern.
Leider wurde der ambitionierte Bau nie vollendet. Im Alter von 56 Jahren machte sich Kellie auf nach Lissabon, um den Aufzug für seine Residenz abzuholen und starb dort an einer Lungenentzündung. Seine Familie kehrte nach Großbritannien zurück, das Anwesen blieb unvollendet und verfiel.
Seither ranken sich zahlreiche Gruselgeschichten um das Gebäude. Die Geister wollen offensichtlich nicht, dass wir das Spukschloss von Innen besichtigen: Es schüttet wieder in Strömen. Wir stehlen im Schutz des Besucherkiosks ein paar Bilder und fahren dann weiter in die Cameron Highlands.
Cameron Highlands
Im Auto wird es still. Alle sind erschöpft von einem langen, ereignisreichen Tag. Ich richte meinen Blick aus dem Fenster und sehe große Steinbrüche, nebelige Berge und pastell-orange Wolken an mir vorbeiziehen, als die Sonne in den Highlands untergeht. Die lange, gewundene Straße ist gespickt mit Durian-Verkäufern und Unterständen, die Reisenden Schutz vor plötzlich einsetzenden Regengüssen bieten.
Ich bin gerührt, als wir in die höheren Lagen kommen und die ganze Familie begeistert die Fenster herunterlässt, um die kühle Luft zu genießen. Was sie als „enjoying nature“ bezeichnen, ist für mich wohlvertraut und ich friere ein bisschen. Aber ihr Glück ist einfach ansteckend.
Amazing apartment
Die Euphorie erreicht ihren Höhepunkt, als wir das Apartment beziehen, das Nadila’s Familie für die Nacht in den Cameron Highlands angemietet hat. Es befindet sich auf einem der oberen Stockwerke der Palas Horizon Residence in Brinchang.
Es ist die Art von Unterkunft, die sich zu 100% local anfühlt: Es finden sich Hinweisschilder, die Zubereitung und der Konsum von Schweinefleisch aus Rücksicht auf die religiösen Gefühle der muslimischen Bevölkerung untersagen. Aushänge im Aufzug lsiten die Klarnamen der Condo-Bewohner:innen, die mit der Beteiligung an den Gemeinkosten in Verzug sind. Nadila verrät mir augenzwinkernd, dass die Namen auch dann nochdort aufgelistet werden, wenn ausstehende Summen bereits beglichen wurden.
Alle sind außer sich vor Freude und ich verharre in demütiger Dankbarkeit, vor allem als ich feststelle, dass ich das Zimmer mit der besten Aussicht und eigener Toilette bekomme – „for privacy“. Und dann passiert etwas, womit ich nicht gerechnet habe. Die Kinder überreichen mir Geschenke.
Khaira hat mir in stundenlanger Handarbeit ein Blumen-Bouquet aus Pfeifenputzern gebastelt – die Anleitung dazu gab es auf TikTok. Dazu eine handgeschriebene Karte mit bewegenden Worten an „Auntie Daniela“ – in deutscher Sprache!
Sufi überreicht mir stolz das neue gelbe Fußball-Trikot der malaysischen Nationalmannschaft. Als ich das Land in 2011 verlassen habe, wurde mir von Nadila’s Abteilung die Vorgänger-Version in Blau geschenkt. Der Kreis schließt sich. Besondere Ironie: Hergestellt werden die Trikos vom deutschen Hersteller Puma, der in der Nähe meiner Heimatstadt Nürnberg sitzt.
Thai-Dinner für Fünf
Ich weiß nicht wohin mit mir vor Dankbarkeit und finde beim Abendessen wenigstens eine kleine Möglichkeit, um der Familie etwas zurück zu geben. Im beliebten Restoran Highlands Tomyam gönnen wir uns nach einiger Wartezeit auf einen freien Tisch ein Thai-Festmahl mit einem großen Fisch, Tom Yum Suppe, Pad Kra Pao, Chili-Hühnchen und allerlei gedünstetem Gemüse. Für 102 RM lade ich unsere gesamte fünfköpfige Gruppe ein. Das sind 21 Euro.
The night is young and so are we! Nach dem Dinner steuern wir Cameron Centrum an, eine Mischung aus Shopping-Village und Freizeitpark. Eine Vielzahl an Läden öffnet sich rund um eine überdachte Fußgängerzone, in der nachts noch das Leben tobt. Hier verbringen vor allem Familien ihren Abend und es ist ein Fest für die Kinder.
Wir haben wieder Mühe, einen Parkplatz zu finden. Diesmal hilft uns aber eine typisch malaysische Lösung: Wir parken das Auto in zweiter Reihe und legen ein professionell laminiertes Schild mit den Handynummern von Kayrel und Nadila in die Windschutzscheibe. Malaysia boleh. Hier geht das. Ich amüsiere mich prächtig und erzähle meinen Freunden, welche Entrüstung diese Methode in Deutschland auslösen würde.
Und siehe da: Während wir uns über einen Londoner Doppeldecker-Bus und eine quietschpinke Cinderella-Kutsche amüsieren, die mit laut spielender Kindermusik durch die Arkaden tuckern, kommt tatsächlich ein Anruf. Den wir mit Verzögerung wahrnehmen, da Kayrel’s Smartphone praktischerweise stummgeschaltet war. Herrlich.
Bevor wir zurück in unsere Unterkunft fahren, stoppen wir bei 7 Eleven und die Kids decken sich mit cup noodles ein. Ich bin etwas verwundert, dass sie schon wieder hungrig sind, doch Nadila verrät mir, dass es bei diesem Ritual eher um den „vibe“ geht und darum, noch ein bisschen länger aufbleiben zu dürfen.
Und so falle ich in einen erholsamen Schlaf während die Kayrel und die Kids im Wohnzimmer ihre Instantnudeln schlürfen und diesen wunderbaren Ausflugstag noch ein kleines bisschen länger auskosten.











































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