Frühstück mit Missionarinnen

Start und Endpunkt meiner vierwöchigen Taiwan-Reise ist die Hauptstadt Taipei. Am Anfang verbringe ich dort mehrere Tage und ziehe sogar einmal innerhalb der Stadt um. Entsprechend habe ich nicht nur eine, sondern gleich drei Hostel-Empfehlungen für euch!

Frühstück mit Missionaren

Bevor wir einen genaueren Blick auf die Unterkünfte werfen, die mein home away from home in Taipei waren, teile ich eine spannende und kuriose Begegnung mit euch. Es ist eines dieser Erlebnisse, die man nur hat, wenn man sich alleine in die Welt hinaus wagt und die das Reisen so lohnenswert für mich machen.

Beim Hostel-Frühstück treffe ich auf eine Gruppe katholischer Missionar:innen aus Malaysia. Die herzlichen jungen Frauen setzen sich zu mir an den Tisch und es beginnt ein zaghafter Austausch. Zuerst sprechen wir leidenschaftlich über Malaysia – das Land in dem ich als duale Studentin ein Praktikum gemacht habe und das meine Asienliebe überhaupt erst geweckt hat (mehr dazu hier).

Bild, das den Merdeka Square in Kuala Lumpur zeigt
Memories of Malaysia

Dann verändert sich er Fokus. Meine Nebensitzerinnen bestätigen mir, dass sie an meinem Lächeln erkennen können, dass Gott in mir wohnt. Okay, ich nehme es als Kompliment. Ich finde es auch unproblematisch, als mir eine der Frauen einen Segen ausspricht und ich danach von der Gruppe auf eine Veranstaltung eingeladen werde, deren Besuch ich allerings nicht zusage.

Ich war vor meinem Kirchenaustritt auch Katholikin und fühle mich der Religion noch immer verbunden, auch wenn ich sie nicht praktiziere und mit der Institution Kirche nichts anfangen kann. Ich höre mir immer gerne etwas über verschiedene Weltreligionen an, solange es nicht zu pushy oder dogmatisch ist. Hier ist alles harmlos und es werden keine roten Linien überschritten.

Im Gegenteil: Der Austausch wird richtig spannend: Die jungen Frauen fallen aus allen Wolken, als ich ihnen vom deutschen Konzept der Kirchensteuer erzähle und meinen eigenen Kirchenaustritt damit finanziell begründe. Ich erfahre, dass jede aus der Gruppe einen Hauptberuf hat und sich in ihrer Freizeit für die Kirche engagiert: Die eine ist Bankerin in Penang, die andere Ärztin in der Notaufnahme.

Irgendwann erfahre ich auch vom Anlass ihrer Taiwan-Reise: Die Ureinwohner:innen Taiwans – heute eine Minorität im Land – sind zu großen Teilen katholisch. Sie hatten den Glauben westlicher Missionar:innen übernommen, um ihre Identität von der buddhistisch-taoistischen Mehrheit im Land abzugrenzen. Ein Akt der Rebellion also. Die Gruppe aus Malaysia ist angereist, um eine dieser Volksgruppen zu besuchen. Auf Handyfotos zeigen sie mir stolz das Festmahl, mit dem sie von den Einheimischen empfangen worden waren. Einen leichten Beigeschmack kann ich nicht ignorieren, aber ich versuche nicht zu werten, offen zu bleiben und zu lernen.

Denn neben dem religiösen Thema ist es einfach ein netter Austausch unter Reisenden. Eine dieser magischen Begegnungen, mit denen das Leben einen beschenkt, wenn man den Mut hat sich in einen fremden Kontext zu begeben. Wir schätzen gegenseitig unser Alter und tauschen uns über unsere taiwanischen Lieblingsgerichte aus. Die Zusammenstellung meines Frühstückstellers bringt mir repsekt ein und mir wird stolz bescheinigt, dass ich „all in on the local food“ gehe.

Hostel Empfehlungen für Taipei

NK Hostel

Für Rucksacktouristen ist das NK Hostel mit seinem phänomenalen Preis-Leistungs-Verhältnis eine gute Wahl. Es liegt circa 10 Minuten zu Fuß von der MRT-Station Nanjing Sanmin entfernt. Das ist nicht weit, nach langen Sightseeing-Tagen spürt man aber jeden Schritt. Auch muss ich sagen, dass das Hostel nicht in der nobelsten Gegend von Taipei liegt. Es hat sich immer sicher angefühlt, auch nachts, aber die Gebäude rundum sind sehr in die Jahre gekommen und es gibt die ein oder andere anrüchige Bar in der Nachbarschaft.

Ein riesen Plus: Der Rahoe-Nachtmarkt, der meiner Meinung nach zu den zwei besten in ganz Taiwan zählt, die charmante Regenbogenbrücke und der beeindruckende Songshan Ciyou Temple sind fußläufig erreichbar.

Was ihr dort unbedingt probieren solltet sind stinky tofu und mochi shaved ice. Gerne in dieser Reihenfolge um die Geschäcker im Mund zu neutralisieren. Ich hatte dort auch eine besondere Art von Nudeln mit Meeresfrüchten, leckere gegrillte Maiskolben, Fish Cakes und tolles frisches Obst.

Das Personal ist beim Ein- und Auschecken freundlich, aber zwischendrin gibt es nicht viel Kommunikation oder Service. Ich hätte mich schon über ein „Guten Morgen“ gefreut, aber es war okay.

Die Einrichtung des Hostels ist etwas alt, aber es gibt alles, was man braucht. Die Box, in der man schläft, ist geräumig und das Bett sehr sauber und bequem. Allerdings gibt es nur sehr kleine Schließfächer, so dass man großes Gepäck draußen aufbewahren muss und der Schlafsaal dadurch schnell unordentlich wird.

Schlafbox

Die Frauen-Duschen sind blitzeblank. Es gibt durchgehend heißes Wasser und gratis Pflegeprodukte in großen Spendern, einen Föhn und Handtücher, für die man nicht extra zahlen muss, wie in anderen Hostels. Allerdings sind die Toiletten von den Duschen getrennt und man muss an der Rezeption vorbeigehen, um sie zu benutzen. Das ist nachts und am frühen Morgen etwas unangenehm. Dafür sind es japanische Toiletten mit beheiztem Sitz und vielen weiteren Funktionen – von denen ich mich frage, ob sie tatsächlich jemand nutzt?

In der voll ausgestatteten Küche steht ein Gratis-Spender mit wahlweise heißem, warmem und kaltem Trinkwasser. Und das Frühstück habe ich geliebt! Es gibt lokale Gerichte wie Congee (ein lang gekochter Brei aus kurzen oder zerbrochenen Reiskörnern) mit eingelegtem Gemüse, Algen und Erdnüssen , hartgekochte Eier, Schmorgerichte, radish cake und dumplings. Dazu klassisches Toast mit süßen und herzhaften Aufstrichen, guter Kaffee und Tee. Auch für Vegetarier gibt es viele Optionen.

Besonders nett fand ich, dass man sich schon vor der offiziellen Frühstückszeit um 7.30 Uhr dort aufhalten, einen Kaffee trinken und den Tag langsam beginnen kann. Mir ist meine Morgenroutine heilig, deshalb war das für mich tatsächlich ein großer Wohlfühlfaktor!

Star Hostel Taipei East

Meine zweite Unterkunft in Taipei war dieses tolle Hostel mit überdurchschnittlicher Ausstattung und freundlichem, englischsprachigem Personal. Sie haben mich beim Einchecken sogar in die Bedienung der Waschmaschine eingewiesen und ich durfte die Zeit vor dem Check-in nutzen, um in Ruhe meine Wäsche zu waschen.

Die Lage direkt neben der MRT-Station Dunhua und mehreren Bushaltestellen macht es wirklich bequem, herumzukommen. Ich habe es genossen, nachts durch die belebten und sicheren Straßen der näheren Umgebung zu laufen – es ist eine wirklich angenehme Gegend mit vielen tollen Restaurants und Cafés. Ich empfehle vor allem die Take-away-Bentos bei Miss Energy.

Frauenschlafsaal im Star Hostel

Die Küche ist gut ausgestattet mit allen Geräten, die man braucht, und jederzeit tadellos sauber. Das gilt auch für die Bäder! Auch hier gibt es japanische Toiletten und kostenlose Hygieneartikel. Und etwas, das ich wirklich noch nie in einem Hostel gesehen habe: ein gratis Glätteisen und Hairstyling-Produkte.

Zudem fand ich es toll, dass das Hostel Hausschuhe zur Verfügung stellt und keine Außenschuhe in den Zimmern erlaubt. Es gibt einen gemütlichen Gemeinschaftsraum mit Steckdosen, Stempeln für das Reisetagebuch und kostenlosem Wasser.

Slipper Game: strong

Zwei kleine Kritikpunkte habe ich dennoch: Die Klimaanlage im Schlafsaal war mir persönlich zu stark eingestellt. Die kalte Luft wehte mir trotz geschlossener Vorhänge in mein Bett und machte mich nachts unruhig.

Und für mich persönlich ist 8 Uhr morgens zu spät für das Frühstück an Reisetagen, an denen ich früh aufstehe. Also habe ich es leider nicht genutzt, obwohl es im Übernachtungspreis inkludiert war. Ziemlich schade!

We Come Hostel

Das We Come Hostel versüßt mir die letzte Nacht in Taipei und ist eines der besten, in denen ich während meines ganzen Trips geschlafen habe. Der Frauenschlafsaal mit vier Betten ist klein, aber trotz voller Belegung hat es mit entsprechender Rücksichtnahme gut funktioniert.

Die Duschen und Toiletten waren sauber, geräumig und gut ausgestattet – es gab sogar gratis Lotion im Außenbereich. Eine willkommene Annehmlichkeit, wenn man länger mit begrenztem Gepäck unterwegs ist!

Küche und Gemeinschaftsraum sind sehr ansprechend und ich habe mich wirklich gerne dort aufgehalten. Es gibt eine Station mit Stempeln und man kann kleine persönliche Botschaften für das Hostel und andere Reisende hinterlassen. Zudem gibt es internationale Steckdosen und ich habe einige Leute gesehen, die für ein paar Stunden in der Lobby gearbeitet haben.

Die Lage ist spitze. Die Taipei Main Station und die Dihua Street sind fußläufig zu erreichen. Die Umgebung ist sehr sicher und voller toller Shops, Restaurants und Cafés! Ich werde dort wieder übernachten, wenn ich zurückkomme. Für den Preis bleiben wirklich keine Wünsche offen!

Rolling on

Nach so vielen praktischen Informationen, wird es Zeit für Action! Willst du wissen, wie du Taipei am besten auf zwei Rädern eroberst? Dann klick dich weiter durch die Blog-Serie: Im nächsten Artikel nehme ich dich mit auf meine Fahrrad-Sightseeing-Tour durch Taiwan’s Hauptstadt!

Verfasst von:

Hallo! Mein Name ist Daniela. Ich arbeite im Marketing und lebe in München. Wenn ich nicht gerade arbeite oder reise, übe ich traditionelle Kampfkunst, Yoga oder mache Wanderungen in den bayerischen Voralpen. Schön, dass du hier bist und Teil meines Weges sein möchtest.

Schreibe den ersten Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert