Hitzeflimmern in Kaohsiung

Nach drei Tagen Abgeschiedenheit in den Bergen und meinen Aufenthalten in den verschlafenen Städten an Taiwan’s Ostküste, spuckt mich der Zug ins kosmopolitische Kaohsiung aus.

Kaohsiung ist Taiwan’s südliche Metropole und mit circa 2,5 Millionen Einwohner:innen nach Taipei die zweitgrößte Stadt der Insel. Durch die Lage am südchinesischen Meer ist Kaohsiung seit jeher ein bedeutender Wirtschafts- und Handelsstandort. Der Hafen von Kaohsiung ist nach dem von Keelung der zweitgrößte des Landes und einer der bedeutendsten Häfen Ostasiens.

Schon in der Bahnstation bemerke ich: Kaohsiung ist ultramodern, auf Hochglanz poliert, zukunftsorientierten. Breite Straßen und Hochhaustürme prägen das Stadtbild. Dazwischen verstreut finden sich historische Gebäude aus der japanischen Kolonialzeit, die heute zu kulturellen Zwecken genutzt werden.

Stadt aus Glas

Die Westküste Taiwan’s ist dichter besiedelt, gilt als lebendiger und für Ausländer:innen leichter zu navigieren. Das bestätigt sich in Kaohsiung. Auf einmal sprechen mehr Taiwaner:innen Englisch. Als Ausländerin falle ich etwas weniger auf. Kaohsiung ist seit Jahrhunderten ein Tor zur Welt. Die Atmosphäre einer weltoffenen, futuristischen Stadt mit einer Prise taiwanischer Gelassenheit sorgen dafür, dass ich mich hier von der ersten bis zur letzten Minute wohl fühle.

Flanieren am Love River

Trotz Glasfassaden, Häuserschluchten und Hafenverkehr pulsiert die Stadt in einem anderen Rhythmus. Es gibt hier keine Hektik im Straßenverkehr. Keine eilenden Menschen. Keinen Lärm. Während bei uns die Parks und Promenaden bei mildem Wetter abends von feiernden Teenagern in Beschlag genommen werden, herrscht in Kaohsiung meditative Stille. Die Menschen spazieren oder treiben Sport – dank der brüllenden Hitze an Taiwans Südküste ist das erst möglich, nachdem die Sonne unter gegangen ist.

Good to know: In Taiwan gibt es ein praktisches System zur Gepäckaufbewahrung: Lalalocker. Neben klassischen Schließfächern sind auch Shops Teil des Systems, die sich damit etwas dazu verdienen. In Kaohsiung ist es zum Beispiel dieser Autoverleih, bei dem ich meinen großen Rucksack deponiere, um Sightseeing zu machen, bis mein Hostel bereit für den Check-in ist. Alle Annahmestellen könnt ihr ganz leicht auf der Webseite recherchieren. Ich war sehr zufrieden mit dem Service!

Hostel-Liebe

Der Lonely Planet hat Kaohsiung auf seine 2018er Shortlist der Orte genommen, die man unbedingt besuchen sollte. Da sind wir ganz einer Meinung!

Einen großen Beitrag zu meinem persönlichen Wohlfühlfaktor leistet das 塩晶棧 B&B. Welches Hostel hat bitte eine Kaffeemaschine, die man rund um die Uhr kostenlos nutzen kann? Mein innerer Kaffeejunkie jubelt.

Hostel Küche

Der Frauenschlafsaal hat ein eigenes Badezimmer mit Hotelstandard. Wenn es besetzt ist, kann man das Bad im Erdgeschoss benutzen. Zur Zeit meines Besuchs ist das allerdings nie nötig. Ich habe über die nächsten Tage nur eine Zimmergenossin, von der ich nichts sehe und höre.

Täglich gibt es kostenlose Handtücher und Wasserflaschen. Die Schlafboxen sind geräumig und privat, mit bequemer Matratze und viel Platz, um persönliche Dinge zu verstauen. Die vielen Steckdosen bringen Ordnung in mein Technik-Chaos. Und die Türschlösser funktionieren mit einem Code, sodass keine Gefahr besteht, Schlüssel zu verlieren.

Das B&B hat einen Vordereingang, der durch einen Waschsalon führt und einen an der Rückseite des Gebäudes. Nette Männer, die auf ihre Wäsche warten, lösen meine Verwirrung auf und begleiten mich bis direkt vor die Tür. Ich bin hier nicht die erste herumirrende Touristin. Bonus für mein Ego: Ich staube Lob für mein Mandarin ab! Schön, dass nach zwei Wochen dann auch mein xièxiè endlich verständlich ist.

Ein eifriger junger Mann gibt mir eine enthusiastische Einführung und ist über die Line App jederzeit erreichbar, sollten Fragen auftauchen. Nachdem ich eingecheckt habe, zieht es mich aber direkt wieder nach draußen. Ich will erkunden! Und ich stelle fest: Die Lage des Hostels ist perfekt: Es gibt viele tolle Restaurants in der Umgebung und MRT als auch Hafen sind in Laufweite. Let’s go!

Sightseeing in Kaohsiung

Formosa Boulevard Station

Ein großer Pluspunkt von Kaohsiung ist, dass es eine MRT gibt. Endlich wieder spielend leicht von A nach B kommen! Besonders spektakulär: die Formosa Boulevard Station. An diesem wichtigen Knotenpunkt treffen sich die rote und orangene MRT-Linie. Steigt ihr dort aus oder um, könnt ihr den Dome of Light bestaunen: Die gigantische Kuppel aus buntem Glas ist ein Werk des italienischen Künstlers Narcissus Quagliata und zeigt seine Vision der vier Elemente.

Dome of light

Good to know: Ihren Namen hat die Station durch den „formosa incident“ – ein bedeutendes historisches Ereignis, bei dem im jahr 1979 Demonstrationen für die Demokratie niedergeschlagen wurden.

Mein Lieblingsrestaurant: Qian Ye Vegetarian

Und dann gibt es da noch das Essen. Mein vegetarischer Favorit: Qian Ye Vegetarian – ein Veggie-Buffet, das selbst ausländische Reisende, die sich unsicher durch Speisekarten hangeln, mühelos glücklich macht. Ich habe hier zweimal gegessen und es wirklich geliebt. Das vegetarische Buffet ist leicht zu navigieren, das Essen gesund, lecker und preiswert. Die Dame am Tresen spricht etwas Englisch und ist super freundlich.

Traumhaftes Veggie-Buffet

Die Mechanik: Ihr holt euch am Eingang ein Tablett und eine Greifzange, geht zum Buffet und nehmt euch, was ihr möchtet. Beim Kassieren berechnet die Dame den Preis anhand der Anzahl verschiedener Gerichte, die ihr genommen habt. Wenn du Reis dazu möchtest, kannst du das beim Check-out sagen. Dann gehst du die Treppe hinauf, holst dir Besteck, kostenlosen Tee oder Suppe und setzt dich in den großen, angenehm klimatisierten Raum.

Ich führe ein wirklich interessantes Gespräch mit einem älteren Mann aus Kaohsiung, der mich freundlich auf die Gratis-Suppe hinweist. Es stellt sich heraus, dass er in den 70er Jahren in Deutschland Maschinenbau studiert hat und immernoch fließend Deutsch spricht!

Viele Menschen, die dieses vegetarische Restaurant aufsuchen, tun es aus religiösen, ethischen oder gesundheitlichen Gründen. Mein Gesprächspartner ist da etwas pragmatischer: Als Rentner kommt er einfach wegen der günstigen Preise. In bestem Deutsch sagt er mir mit einem neckischen Augenzwinkern: „Das ist fast geschenkt.“ Ein beeindruckender Mann!

Kunst im Hafenareal: Love River und Pier 2

Vom Restaurant führt mich mein erster Spaziergang in Kaohsiung am entzückenden Love River entlang. Der Weg ist schön angelegt. Ich beobachte schwarze Eichhörnchen, die von wohlwollenden Taiwaner:innen mit Erdnüssen verwöhnt werden, während die sleake Skyline der Hafenstadt am anderen Flussufer glitzert.

Irgendwann geht der Fluss in den Hafen über und die Szenerie ändert sich. Die Uferpromenade führt zum Pier 2, eine Anhäufung ehemaliger japanischer Lagerhäuser, in denen sich eine bunte Mischung aus Cafés, Restaurants, Shops und der Kunstszene niedergelassen hat. Dieses Konzept ist mir in vielen Städten Taiwans begegnet und leider muss ich gestehen: Es holt mich nicht so richtig ab.

In Kaohsiung überzeugen mich die Kunstinstallationen und die Street Art, die über das Areal verstreut sind: Von einem gigantischen Optimus Prime, bis hin zu einem frechen kleinen Jungen, der aus einem Wasserhahn „pinkelt“.

Die neue Light Rail, die kreisförmig um den Stadtkern zirkuliert, verleiht der Szenerie einen futuristischen Touch. Vor allem nachts lohnt es sich vorbeizukommen: Hafen und Skyline sind toll beleuchtet und ihr könnt den Tag in der kühlen Abendluft friedlichen ausklingen lassen. Die Stadt fühlt sich auch nachts unglaublich sicher an. Natürlich gibt es keine Garantien, aber das Lebensgefühl in Kaohsiung kommt an das in einer kleinen, heilen Welt schon wirklich nah heran.

Hunde, Schweiß und Affenhorden: Love Lookout

Nicht so romantisch wie der Name vermuten lässt, ist der Shoushan Love Lookout. Ich bin froh, dass ich mich dazu entschieden habe, den Aufstieg zu diesem Aussichtspunkt morgens zu machen – und nicht wie in Blogartikeln empfohlen zum Sonnenuntergang. Es ist früh am Tag und bewölkt und trotzdem schon brüllend heiß. Der Weg ist nicht besonders weit, doch als ich oben ankomme, ist mein Shirt durchgeschwitzt.

Viel schlimmer ist jedoch, dass mir zuerst streunende Hunde begegnen und dann auch noch eine Horde Affen den Weg belagern. Ich hefte mich an den Auspuff des nächsten Autos, um mich hindurchzuschmuggeln. Es passiert nichts, denn die Tiere sind wohl an Menschen gewöhnt und bleiben friedlich.

Die Aussicht oben? Spektakulär. Mein Nervenkostüm nach der Aktion? Ziemlich dünn. Wie sich dieser Ort als Treffpunkt für verliebte Paare etablieren konnte, ist mir ein Rätsel. Ich freue mich ohne Tollwut wieder unten anzukommen und gönne mir erst einmal eine körperliche und mentale Pause in diesem süßen Frühstücksrestaurant.

Retro Shopping in Yancheng

Eines meiner Kaohsiung-Highlights ist das Viertel, in dem mein Hostel liegt: Yancheng. Ein enges Netz historischer, überdachter Shopping-Arkaden katapultieren mich in die 1950er und 1970er Jahre zurück. Früher wurden hier Schwarzmarktgüter gehandelt, die ihren Weg über den Hafen nach Taiwan fanden.

Shopping Arkaden in Yancheng

Heute ist Yancheng ein entspanntes, nostalgisches Viertel voller kleiner Märkte. Früh morgens ist die Atmosphäre einzigartig. Die Stände sind ganz klar auf Einheimische ausgelegt. Das sollte euch aber nicht davon abhalten, euch dort treiben zu lassen. Die Stimmung ist entspannt und ich habe mich willkommen gefühlt. Unvergessen ist für mich der alte Herr, dem ich einen ganzen Beutel köstlicher Ananas für 1,50 Euro abgekauft habe: Der perfekte Snack für meinen nächtlichen Hafen-Spaziergang.

Neben den Märkten gibt es in Yancheng viele spannende Restaurants, wie zum Beispiel dieses Hotpot und dieses Sushi Lokal. Außerdem lohnt sich ein Besuch des Kaohsiung Museum of History. Dort könnt ihr in die Zeit eintauchen, in der die Japaner Kaohsiung als Basis für ihre Expansion nach Südasien genutzt haben. Und lernen, wie Zuckerrohr, Dosen-Bananen und Ananas über den Hafen umgeschlagen wurden, bevor die Herstellung von Kleidung und Plastik an Bedeutung gewannen.

History Museum

Kaohsiungs Lotus Teich

Der Lotus Pond im Norden von Kaohsiung ist die wohl berühmteste Touri-Attraktion der Hafencity. Um einen großen Teich verteilen sich um die 20 Tempel. Einige davon sind sehr farbenfroh und könnten auf westliche Besucher sogar kitschig wirken. Mein Blick hat sich an diesen Tempel-Stil aus den 70ern bereits gewöhnt und ich finde sie beeindruckend.

Die frisch renovierte Tiger- und Drachen-Zwillingspagode ist ein Beispiel dafür. Sie ist das Aushängeschild von Kaohsiung und war lange Zeit durch Renovierungsarbeiten gesperrt. Ich habe Glück: Sie erstrahlt in frischem Glanz und ich muss nicht einmal Schlange stehen, um durch die Mäuler der Tiere ins Innere zu gelangen.

Einen weiteren Stopp lege ich bei den Spring and Autumn Pavilions ein, die dem Gott des Krieges gewidmet sind. Auch die allseits beliebte Göttin Guanyin ist verteten. In strahlend weiser Schönheit steht sie auf einem sich windenden Drachen – der sogar begehbar, aktuell aber gesperrt ist.

Mein Favorit ist der Zuoying Yuandi Tempel. Nicht nur wegen der beeindruckenden Statue der taoistischen Gottheit Xuantian Shang-di, der mit seinen Füßen Schlange und Schildkröte bezwingt. Sondern vor allem wegen des quirligen Volontärs, der mich dort in Beschlag nimmt. Der Sprachstudent übt nicht nur sein Deutsch an mir, sondern wirft französische, spanische und japanische Worte in unser Gespräch ein, nachdem ich ihm erzähle, dass ich diese Sprachen spreche. Der Mann ist ein wandelndes Wörterbuch.

Auch meine chinesische Aussprache erntet wieder ein Lob. Entweder sind die Leute in Kaohsiung besonders freundlich, oder ich gewinne tatsächlich langsam Land mit meinen Mandarin-Basics. Mein Kopf explodiert zwar, aber ich nehme begeistert all die Infos auf, die er mir bei unserem kurzen Rundgang gibt: Warum werden in Tempeln eigentlich Räucherstäbchen angezündet? Damit die Gebete auf dem Rauch zu den Göttern getragen werden! Wie betritt man einen Tempel? Rechts ist der Eingang, links der Ausgang, die Mitte gehört den Göttern.

Auch das Werfen von moon blocks erklärt er mir: Das sind halbmondförmige Klötzchen aus Holz, mit denen man die Götter um Rat fragt. Du stellst dich und dein Anliegen zunächst vor, schüttelst die Klötze in deinen geschlossenen Händen einmal gut durch und lässt sie dann vor dir auf den Boden fallen. Je nachdem, ob die Klötzchen nun beide nach oben oder unten zeigen, oder eine Mischung dabei herauskommt, bedeutete es, dass die Götter ja oder nein sagen – oder sich vor einer konkreten Antwort drücken. Das ganze wiederholst du drei mal nacheinander, damit Zufälle ausgeschlossen sind.

Der Lotus Pond ist weitläufig. Ich bin abwechselnd zu Fuß gegangen und habe mir für längere Etappen Youbikes geliehen. Vom und zum Teich kommt ihr am besten mit der MRT. Die Zuoying Station ist aber eine gute viertel Stunde zu Fuß entfernt – bei Hitze und Verkehr.

Für eine dringend benötigte Kulturpause Pause empfehle ich das ultra schicke PAMMA Coffee. Ja, es ist teuer. Aber ein schreiend rosa Drachenfrucht-Smoothie mit Tapioka-Perlen, der größer ist als mein Kopf? Und diese Aussicht? Shut up and take my money.

Ausflug mit Achselzucken: Insel Cijin

Mein Trip nach Cijin Island beginnt mit Hoffnung – und endet mit einem Achselzucken. Ich mache mich morgens auf den Weg zum Gushan Pier, um die Fähre auf die vorgelagerte Insel zu nehmen. Auf dem Weg zum Pier, versuche ich als passionierte Kampfkünstlerin einen Blick in die historische Wude Martial Arts Schule zu werfen – was leider nicht möglich ist, da ein morgendlicher Yoga-Kurs darin stattfindet. The irony.

Good to know: Vom Pier 2 fährt eine Touri-Fähre für deutlich mehr Geld nach Cijin Island. Die Fähre am Gushan Pier ist für Einheimische und kostet nur 30 TWD, die ihr mit der Easy Card bezahlen könnt. You choose!

Überfahrt nach Cijin Island

Cijin Island ist eine Kaohsiung vorgelagerte Insel, die wie ein Puffer zwischen Hafen und offenem Meer klemmt. Mit der Fähre erreicht ihr sie in wenigen Minuten. Ich komme mit einer Traube asiatischer Touristen dort an. Wir schlurfen in drückender Hitze die Hauptstraße zum Strand hinunter. Links und rechts Souvenirläden und unattraktive Seafood-Restaurants. Charme? Zero.

Der Strand begeistert mich nur mäßig. Es gibt dort eine Bar, die wohl ein must-visit ist, aber die westliche Speisekarte mit Alkohol und Frittiertem schrecken mich ab. Die Häusserreihe, die parallel zum Strand verläuft gibt ein paar interessante Fotomotive her und man bekommt Aussteiger-Vibes. Es ist viel zu heiß und ich flüchte mich in das wunderbar klimatisierte Handelaars, ein Restaurant, das für geringes Geld ein mehrgängiges Menü anbietet: Für 13 Euro bekomme ich 4 verschiedene Speisen, einen englischsprachigen Gastgeber und ein sehr schickes Interieur.

Der Inhaber erklärt mir die Zutaten und Inspiration jeden Ganges persönlich und mit rührender Hingabe. Die Gerichte sind europäisch, verwenden aber lokale Zutaten. Der Mini-Taco hat Ananas in der Salsa-Mischung. In der Suppe wird lokaler Fisch verwendet. Das Salat-Dressing beinhaltet Wasabi und das Risotto ist mit getrocknetem Seetang garniert. Leider fragt der gute Mann vorher nicht, ob ich Fleisch esse. Somit landet beim Hauptgang überraschend ein großes Stück Hühnerbrust auf meinem Teller. Ich esse höflich, verziehe keine Miene, aber innerlich schreie ich.

Ich sehe es als Zeichen: Cijin Island und ich, das passt nicht so richtig. Ich mache meinen Frieden mit der Insel, setze wieder nach Kaohsiung über und kühle mich im Do Good Coffee & Dessert weiter herunter.

So much left to do

Kaohsiung hätte noch viel mehr für mich in peto gehabt, allem voran das Foguangshan Buddhist Monastery. Doch ich bin ehrlich: Ich bin erschöpft. Zu viele Ortswechsel, zu viele Eindrücke, zu wenig Zeit zum Verarbeiten. Meine Art, nicht still sitzen zu können, laugt mich manchmal aus.

Wer Taiwan ohne Mandarinkenntnisse allein bereist, jongliert ständig zwischen Orientierung, Planung und Kommunikation. Es lohnt sich, doch ist auch fordernd, das möchte ich nicht beschönigen. Dazu kommt der schwelende Konflikt mit Mainland China, der allgegenwärtig ist: durch Nachrichten, Gespräche, Militärübungen und besorgten Rückfragen aus der Heimat.

Ich beschließe Kaohsiung friedlich ausklingen zu lassen. Ich gehe langsam, nicht mehr suchend, sondern aufnehmend. Und pendele dann gemütlich mit dem Zug ein Stündchen weiter gen Norden nach Tainan, Taiwan’s „Food Capital“.

Was ich nicht ahne, ist dass sich diese Etappe für immer in mein Herz und meine Erinnerung einbrennen wird. Es wird köstlich, chaotisch und herzerwärmend. Eine Geschichte, die nur das Reisen schreibt.

Verfasst von:

Hallo! Mein Name ist Daniela. Ich arbeite im Marketing und lebe in München. Wenn ich nicht gerade arbeite oder reise, übe ich traditionelle Kampfkunst, Yoga oder mache Wanderungen in den bayerischen Voralpen. Schön, dass du hier bist und Teil meines Weges sein möchtest.

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